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Die Stiftskirche Sankt Cyriakus Gernrode ist heute eine der bedeutendsten und am besten erhaltenen Zeugnisse ottonischer Architektur in Deutschland mit zwei baulichen Besonderheiten; Langhausemporen (10. Jh.) und der Nachbau des Heiligen Grabes (11. Jh). Baubeginn von Stiftskirche und nahegelegen Frauenstift war im Jahr 959. Der Gründer und Stifter dieser Bauten, Markgraf Gero, erlangte für dieses Anwesen im Jahr 961 den königlichen Schutz durch Urkunden von Otto I und Otto II und im Jahr 963 den päpstlichen Schutz. Von seiner Pilgerreise aus Rom brachte Markgraf Gero eine kostbare Reliquie vom heiligen Cyriakus nach Gernrode, dem die Kirche geweiht wurde.
Bereits 959 hatte Gero seine verwitwete Schwiegertochter Hathui zur ersten Äbtissin weihen lassen. Es ist anzunehmen, dass bis zu ihrem Tod im Jahr 1014, der Kirchbau vollendet war.

Im 12. Jahrhundert wurde die Westkrypta, Seitenemporen und ein doppelstöckiger Kreuzgang ein bzw. angebaut.

In den nördlichen Arm des Querhauses wurde in spätgotischer Zeit eine Schatzkammer eingebaut. Mit der Aufhebung des Stiftes 1616 begann die Kirche zu verfallen. Die Stiftsgebäude, die im 18. Jahrhundert noch fast vollständig erhalten gewesen sind, wurden im 19. Jahrhundert abgebrochen. Die Kirche selbst diente als landwirtschaftliches Gebäude, zu diesem Zweck waren teilweise Fenster zugemauert worden. Die Apsiden waren von dem Gebäude abgemauert worden und hatten Zugänge von außen erhalten. Die Krypten dienten zur Aufbewahrung von Kartoffeln, die Langhausempore als Getreidespeicher und im Kreuzgang wurde Vieh untergebracht.


Blick ins Mittelschiff nach Westen, 1877

Der Kunsthistoriker Ludwig Puttrich bewegte Herzog Leopold Friedrich von Anhalt-Dessau dazu, den weiteren Verfall zu verhindern und eine Restaurierung zu veranlassen. Mit der Restaurierung der Stiftskirche beauftragte man den preußischen Konservator Ferdinand von Quast. Seine Aufzeichnungen erlauben es, die 1858 noch vorhandenen Teile des Ursprungsbaus und des romanischen Umbaus zu unterscheiden. Ferdinand von Quast bewahrte bei der Restaurierung 1858 bis 1866 weitgehend die originalen Bauformen.


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