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Nach
tagelangen Regenfällen kam es im Bereich
Spittelteich/Hagenwinkel zu dem, was
Anwohner und Experten lange befürchtet
hatten. Das durch zahlreiche Hindernisse
durchzogene Kanalsystem konnte den Wassermassen nicht
mehr standhalten. Wasser- und andere
Versorgungsleitungen die den Kanal
queren fingen Äste und ähnliches auf, so
das der Kanal zusehens dicht war. Was war passiert?
Schon
in den Vormittagsstunden des 29.09.2007
konnten Anwohner beobachten, wie Wasser
in kleinen Mengen aus der Straßendecke
austrat. 30m oberhalb dieser Stelle lief
der erste Keller voll. Zu diesem
Zeitpunkt war das Profil des Gewölbes
auf ca. 2m Länge also soweit verengt,
das das ankommende Wasser des
Sonntagsbaches nicht mehr ablaufen
konnte sondern sich in Richtung Hagental
staute und dabei alle Keller mit Wasser
versorgte, die in irgendeiner Form mit
dem unterirdisch verlaufenden Bach
verbunden sind. Da es oberhalb des
Engpasses zunächst keine Zugänge in Form
von Gullis etc. zum Bach gibt, aus dem
das überschüssige Wasser austreten
konnte, baute sich nach und nach ein so
hoher Druck auf, das letztendlich die
Straßendecke nachgab. An einer Stelle,
in der schon in der Vergangenheit
Schäden am Kanal vermutet wurden trat
das Wasser wie aus einem Quellstein aus
der Straße. Zwischen 1.00 Uhr und 2.30
Uhr öffnete sich die Straße an zwei
weiteren Stellen. Die austretenden
Wassermassen lassen den Schluss zu, das
der Kanal zu diesem Zeitpunkt bereits
verschlossen war.
Feuerwehr und THW sicherten in dieser
Zeit anliegende Grundstücke mit
Sandsäcken. Die Ursache konnte laut
Aussagen des Zugführers des THW mangels
Pumpen nicht bekämpft werden. Eine
Stationierung von Pumpen am Einlauf
Sportplatz hätte den Druck wesentlich
gemindert. Zu diesem Zeitpunkt gab es
jedoch auch Schäden in anderen Orten der
Verwaltungsgemeinschaft.

Aufmerksame und ortskundige Anwohner
legten, nach dem zunächst keine
Lösungsmöglichkeiten in Sicht waren
einen alten Ablauf frei, der sich ca.
20m unterhalb der Wasseraustrittstelle
befindet, durch Absenkung des Bordsteins
aber kaum Wasser aufnahm, zumal dieses
Wasser mit enormer Geschwindigkeit daran
vorbeischoss. Ein THW-Mitarbeiter
veranlasste dann die Kanalisierung des
oberflächlich verlaufenden Wassers
mittels Sandsäcken in diesen
Ablaufschacht, dessen Querschnitt es
erlaubte, das anfallende Wasser in
voller Menge aufzunehmen und unterhalb
des Verschlusses wieder in den Bach
einzuleiten.
In den
Morgenstunden des 30.09. hatten sich die
ankommenden Wassermassen etwa halbiert.
Die entstandenen Straßenschäden sind
jedoch beträchtlich. Gerade diese Straße
soll laut gegenwärtiger Planung ab dem
22.10. grundhaft saniert werden. Der
Bachlauf, der dann auch als
Regenwasserkanal fungieren soll wird
wohl doch in die erste Bauphase
einbezogen werden müssen. Schon, um die
Bauarbeiten beim nächsten anhaltenden
Regen nicht zu gefährden.
Der
Dank gilt wieder einmal den Kameraden
der freiwilligen Feuerwehr und den
Kräften des THW, die an diesem
Wochenende Schwerstarbeit leisteten.
Gleichzeitig kann ich mir aber an dieser
Stelle den Hinweis an einen Kameraden
der FFw Gernrode nicht verkneifen, das
gesunder Menschenverstand nicht
zwangsläufig eine Uniform braucht, das
die Sicherung von Gefahrenstellen auch
Aufgabe der Feuerwehr sein sollte und
der Hinweis, das der dazu verwendbare
Pylon nicht aufgestellt wird, um seinen
Diebstahl zu verhindern, nicht nur
albern ist, sondern .gefährlich.
Sicherungsmittel sind nicht zum Horten
da, sondern zum Schutz vor
Gefahrenstellen.
30.09.2007 Lars Kollmann |